Die zunehmende Zahl älterer Menschen in unserer Gesellschaft führt dazu, dass es immer mehr Patienten mit Gefäßerkrankungen gibt.

Häufig sind sie von einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder einer Durchblutungsstörung des Beines (Schaufensterkrankheit, Raucherbein) betroffen.

Um der Vielfalt der Gefäßerkrankungen wirksam zu begegnen, ist es sinnvoll die Gefäßspezialisten verschiedener Fachbereiche zusammenzubringen. Nur so wird es möglich, trotz schwieriger finanzieller Bedingungen eine optimale Behandlung zu erreichen.

Der Ausbau der gefäßchirurgischen Abteilung (jetzt 30 Betten) mit der neu geschaffenen Abteilung für Diagnostische Radiologie, Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie (Chefarzt PD. Dr. Hans Jochen Textor) zu einer interdisziplinären Behandlungsstätte für Patienten mit Gefäßerkrankungen ist daher ein konsequenter Schritt dieses Ziel zu erreichen.
Die Gefäßchirurgie (Chefarzt Dr. J. Remig) behandelt zusammen mit der Abteilung für Radiologie das gesamte Spektrum der Gefäßerkrankungen, insbesondere die arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit).
Dabei gehört die Behandlung von Durchblutungsstörungen im Bereich der Unterschenkel- und Fussarterien, wie es oft bei Diabetikern der Fall ist, zu den Schwerpunkten der Abteilungen.
So lassen sich z. B.  durch eine Ballondehnung von Fuß- und Unterschenkelarterien eine Vielzahl der gefährdeten Beine erhalten.
Durch die Kombination von Operationstechniken mit modernen endoluminalen Verfahren der Ballondilatation und Stenteinsetzung (Katheterbehandlung), die nicht nur perkutan (ca. 2 mm großer Zugang über die Leisten- oder Armarterie) sondern auch intraoperativ erfolgt, lassen sich die Ergebnisse und damit die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessern.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung der Erweiterung der Bauchschlagader (Aortenaneurysma).
Da diese Patienten neben der Aortenerweiterung oft eine Vielzahl andere Erkrankungen haben, ist nur ein Teil von ihnen mit der klassischen offenen Operation (Bauchschnitt) therapierbar.
Für die Risikopatienten bieten wir als alternative Behandlungsoption ein minimal invasives Verfahren an, bei dem lediglich über einen Schnitt in der Leiste eine beschichtete Metallgitterprothese (Aortenstent) eingebracht wird.

In Zusammenarbeit mit der Neurologischen Abteilung der Rheinischen Klinken Bonn (Chefarzt Prof. Dr. R. Biniek) erfolgt die Behandlung von Patienten mit Einengungen der Halsschlagader zur Verhinderung von Schlaganfällen.

Wichtig ist bei allen Therapieoptionen, dass nach ausführlicher Diskussion im Ärzteteam, die Entscheidung für das jeweils beste Verfahren individuell für den Patienten getroffen wird.
Dabei steht bei allem technischen Fortschritt die ganzheitliche und menschliche Versorgung unserer Patienten im Mittelpunkt unseres Handelns.